gemeinschaftliche Lebensmittelversorgung

“gute” und “schlechte” Nachbarn

Untenstehend sind ein paar Gemüsesorten aufgelistet, welchen Bedarf sie an den Boden haben und welche „guten“ und „schlechten“ Nachbarn sie haben, sowie welche Vorfrüchte gut passend sind:

Komm mit uns in den Garten-
wir zeigen Dir wo Dein Gartenglück zuhause ist

Aussaat-Tage Februar 2021

Blattpflanzen: Salate, Spinat, Mangold, Lauch, Kohlarten (außer Brokkoli)…
Blütepflanzen: Blumen, Kräuter, Brokkoli
Fruchtpflanzen: Melanzani, Bohnen, Erbsen, Gurken, Kürbis, Paradeiser, Mais…
Wurzelpflanzen: Kartoffeln, Rüben, Knoblauch, Karotten, Sellerie, Zwiebel…

Die fettgedruckten Daten sind besonders günstig, weil sie innerhalb der sogenannten Pflanzzeit liegen, in der die gesäten oder gepflanzten Pflanzen besonders gut wachsen!

Wurzeltage im Februar:

02.02.

Zwiebel (Samen, nicht die sogenannten Steckzwiebel)

10./11.02.

19.02.

28.02.

ab 10:00 Uhr: Zwiebel, Rote Rüben

Blatttage im Februar:

06.02.

Salate, Kohlrabi, Lauch (eventuell Frühkraut, Kafiol, Mangold) 

14./15./16.02.

24./25.02.

Salate, Kohlrabi (2.Satz), Frühkraut, Karfiol, Mangold
| Eventuell im Frühbeet oder im Freiland mit etwas Schutz: Vogerlsalat, Spinat |

Fruchttage im Februar:

08.02.

Paprika, Chili, Melanzani  

17./18.02.

26./27.2.

Paprika, Chili, Melanzani , Tomatillos, Andenbeeren

Blütentage im Februar:

23.02.

Kräuter, Blumen, Brokkoli

Im bunten Wechsel durchs Gemüsegartenjahr

Mag. pharm. Ursula Gerhold

Jedes Jahr im Winter, wenn die Tage kurz und finster sind, tut es mir gut, mich in Gedanken in meinen bunten Gemüsegarten zu begeben und mir seine üppige Vielfalt vorzustellen. Die Zeit, die ich für den Garten zur Verfügung habe, ist nicht ganz so üppig und ich nehme an, das geht nicht nur mir so. Deshalb habe ich auch nach einer Vorgehensweise gesucht, die mich nicht überfordert, die mich als Gärtnerin fröhlicher Teil meines Gartens sein lässt. Die wichtigste Unterstützung dabei sind mir die
„Drei großen M“:

  • Mulch
  • Minimale Bodenbearbeitung
  • Mischkultur

MULCH:

Jetzt im Frühling, wenn die ersten Sonnenstrahlen in unseren Garten fallen, mag auch die Erde ein wenig Nacktbaden. Dabei erwärmt sich der Boden und das Bodenleben wird wachgekitzelt. Aber sobald die ersten Freilandsaaten aufgehen, sollten wir zwischen den Reihen für Bodenbedeckung sorgen. Leicht angetrockneter Grasschnitt eignet sich dafür am besten. Grasmulch ist nicht nur schützende Decke für die Erde, sondern auch großartiges Futter für das Bodenleben. Besonders aktivierend wirkt es auf die Bodenlebewesen, wenn wir noch vor dem Mulchen mit Urgesteinsmehl und Effektiven Mikroorganismen gießen. Dann können die hilfreichen Kerlchen unter der Decke so richtig loslegen.
Ist im Sommer die Pflanzendecke schon gut geschlossen, mulche ich gerne mit nicht zum Essen verwendetem Erntegut (größere Blätter zerschneide ich einfach mit der Grasschere), der Schönheit wegen decke ich manchmal wieder mit Grasmulch ab. (In dem Fall ist ziemlich klar sichtbar, dass Mulchen auch gleichzeitig Flächenkompostierung ist.)
Im Herbst dann habe ich die Wahl zwischen Gründüngung oder Abdecken mit Ernteresten und Laub, das hängt davon ab, ob auf einer Fläche noch Wintergemüse wächst, oder ob sie ganz leer auf das nächste Jahr vorbereitet werden soll.

 

MINIMALE BODENBEARBEITUNG:

Eine ständige Mulchdecke, wie oben beschrieben, hat sozusagen automatisch einen lockeren Boden zur Folge, den ich nicht mehr viel bearbeiten muss. Die sogenannte Bodengare, nämlich feinkrümelige Struktur, kolloide Ton-Humuskomplexe und ein hoher Humusanteil, entwickelt sich mit der Reifung des Bodens. Grobes Umstechen im Spätherbst, um ein Durchfrieren des Bodens zu erreichen, führt zur Frostgare, bei der die Krümelstruktur aber dadurch erzeugt wird, dass das fein in der Erde verteilte gefrorene Wasser beim Auftauen mechanisch Verklumpungen aufsprengt. Für das Bodenleben ist das eine ziemlich ungemütliche Angelegenheit. Ich mache es meinen Freunden im Boden lieber so gemütlich wie geht und brauche dann im Frühjahr nur mit Grabgabel, Sauzahn oder Grubber lockern und belüften. Erfreulicherweise mache ich es dadurch auch mir selbst gemütlicher.

 

MISCHKULTUR:

*gleichzeitig: Pflanzengemeinschaften
*hintereinander: Folgekulturen
*beides gemeinsam: meine Lieblingsvariante heißt quasi
„4-Felder-Wirtschaft bunt gemischt“, wobei die 4 Felder auch 4 Beete sein können – man muß dann nur eine Lieblingsgemüse-Auswahl treffen je nach Platzangebot
Je mehr unterschiedliche Pflanzenarten wir auf einer Fläche mischen, desto leichter können wir einen lebendigen Boden erhalten, weil wir Einseitigkeit vermeiden. Die Natur zeigt uns das auf bunten Wiesen, an Wald- und Wasserrändern, wo die Vielfalt besonders groß ist.

Ich habe im folgenden Diagramm erprobte Mischungen und Folgen in einem Gartenplan zusammengefasst, der natürlich nicht als Vorschrift, sondern als Anregung dienen soll.
„Fläche“ bedeutet in dem Fall nicht 1 Beet, sondern 1 Viertel meiner rotiernden Gartenfläche, das können je nach Gartengröße beliebig viele Beete sein, zB wie in einem klassischen quadratischen Bauerngarten!
Beispielsweise könnte das bedeuten: im 1.Viertel habe ich 2 Beete mit Freilandparadeisern (z.B. Gelbe Wildtomate) in Mischkultur mit Buschbohnen in Horsten mit Basilikum und Bohnenkraut. Oder Paradeiser gemischt mit Gemüsezwiebel, Petersilie und Kerbel. Und 2-4 Beete mit verschiedenen Kohlarten, jeweils zwischen den Kohlpflanzen Sellerie, daneben Salate, Kapuzinerkresse (nicht stark rankende) und Ringelblumen.
Rankende Kürbisse und Stangenbohnen sollten gemeinsam einen eigenen Platz bekommen, wenn möglich ist das auch für Gurken und Erbsen besser.
Knoblauch, Wintersteckzwiebel, Vogerlsalat und eventuell Spinat und Erbsen werden schon im Herbst für das Folgejahr gesät oder gesteckt.(siehe Beispiel Fläche 2).
Viel mehr Gemüsearten als wir denken kommen mit einigen Minusgraden ganz gut zurecht und müssen erst bei wirklich strengem Frost (unter minus 5-7°C) geerntet werden (nicht im gefrorenen Zustand! Einige Gemüsearten bleiben über den Winter im Garten: Lauch, Wirsing, Kohlsprossen, Vogerlsalat, Vogelmiere, Mangold mit etwas Winterschutz. Sie wachsen zwar nicht weiter weil das Licht im Winter fehlt, aber warten draussen auf den Frühling, um dann ihre Blüten zu entwickeln!

Rotationsrichtung: F1 nach F2 nach F3 nach F4 nach F1!
Ist wichtig wegen der Fruchtfolge!

So, nun viel Freude beim Gustieren, Planen und Träumen – für einen bunten, fröhlichen Garten, der Leib und Seele nährt!

Eine kleine homöopatische Gartenapotheke

1.Aufbaumittel, Vitalisierung des Zellstoffwechsels, feinstofflicher “Dünger”

Anwendung in der D6
ca. 80 Globuli in 10 Liter Wasser mit Holzlöffel auflösen

Calcium carbonicum D6:
Austernschalenkalk
Verbessert die Stress- RESILIENZ (Fähigkeit, mit den herausfordernden Seiten des Lebens klar zu kommen).
Stärkend vor allem für die erste Wachstumsphase, bei Schwächezuständen, verbessert die Struktur, mindert grundsätzlich die Empfindlichkeit.

Guter Dünger bei kalkarmen Böden (harmonisiert den Calcium-Stoffwechsel), sichtbar z.B. durch blasse Verfärbungen.

Zur Stärkung der Paradeiser (Braunfäule-Vorbeugung ) wöchentlich anwenden:
Z.B. Samstag Calcium carbonicum D6
Sonntag Magnesium phosphoricum D6

Magnesium phosphoricum D6:
Magnesium ist zentraler Teil von Chlorophyll, dem “Blutfarbstoff” der Pflanze, wenn der Magnesiumstoffwechsel nicht gut funktioniert, wird die Pflanze “blutarm”!
Sie wird empfindlich gegen Kälte, Zug usw. und erholt sich auch schlecht.

Magnesium phosphoricum ist das Magnesiumsalz der Phosphorsäure. Phosphor hat mit dem Feuer und dem Licht zu tun, mit rascher, blitzender Reaktion auf Lichtimpulse von außen. Das Magnesium bringt etwas mehr Beständigkeit in diese überschießenden Lebensäußerungen, hält dabei aber das Lebensfeuer ordentlich am Brennen!

Deshalb ist Magnesium phosphoricum D6 auch ein gutes Aufbaumittel für die erste Wachstumsphase, bei Verfärbungen der Blätter nach Kälte und Nässe. Es stärkt die Fähigkeit der Pflanze auf Impulse von außen rascher und unmittelbarer zu reagieren.

Magnesium chloratum D6:
Als Aufbaumittel und Dünger in der ersten Wachstumsphase, vor allem bei Kälteempfindlichkeit!
Magnesium chloratum ist das Magnesiumsalz der Salzsäure, von der wir wissen, dass sie sehr sauer ist, während Magnesium den basischen Teil des Salzes bildet. Deshalb trägt die Arznei zur Harmonisierung des Säure-Basen-Haushalts in der Pflanze bei. Die Pflanze wird dabei unterstützt, den eigenen Zellstoffwechsel von den Bedingungen der Umgebung klar trennen zu können.

Als Akutbehandlung in der C30: den Pflanzen geht es nicht gut, weil der Salzgehalt im Boden zu hoch ist. Das passiert in Meeresnähe, aber auch als Folge von künstlicher Bewässerung!

Magnesium carbonicum D6
Aufbaumittel und Dünger in der ersten Wachstumsphase, besonders bei auffallender Kälteempfindlichkeit und schlechtem Gedeihen.
Grundsätzlich steht Magnesium mit der Dynamik, also dem beweglichen und prozesshaften der Lebensäußerungen in Zusammenhang, während Calcium, vor allem als Salz der Kohlensäure, mit der erdhaften, stabilen Struktur von Organismen zu tun hat. Magnesium carbonicum ist das Magnesiumsalz der Kohlensäure und unterstützt deshalb die Strukturierung Lebensprozesse.

 

2. Akutmittel, Behandlung von plötzlich auftretenden Problemen

Verwendete Potenzierung C30

Anwendung: für Zimmerpflanzen 4Globuli in 1Liter Gießwasser auflösen, Pflanzen damit besprühen (am besten im Freien, jedenfalls nicht bei direkter Sonnenbestrahlung) und im Wurzelbereich gießen

Für den Garten: 6-8 Globuli in 150ml Wasser auflösen, davon je 50ml in 3 x 10 Liter Gießwasser verteilen, mit einem Holzlöffel kräftig rühren und die beeinträchtigten Pflanzen im Wurzelbereich gießen oder (bei bedecktem Himmel) übersprühen.
Um die passendste Arznei zu finden, geht es zuerst darum, das Wesen der Störung gut zu erkennen, um es mit dem Wesen der Arznei abzustimmen!

Calendula officinalis C30:
Die Arznei aus der Ringelblume heilt prinzipiell schlecht heilende Wunden (egal wodurch diese verursacht wurden) indem sie die Selbstheilungskräfte und die Lebensfreude stärkt (ja doch, ich bin davon überzeugt, dass auch Pflanzen sich am Leben erfreuen

Carbo vegetabilis C30:
Carbo vegetabilis bedeutet Pflanzenkohle. Die Arznei aus der Pflanzenkohle ist immer dann angesagt, wenn man das Gefühl hat, ein Lebewesen bleibt nur mehr durch große Kraftanstrengung überhaupt am Leben. Die Schwächung der Lebenskraft ist sehr tiefgehend, wird aber durch plötzliches Auftreten sehr gravierender Krankheitssymptome sichtbar (Krebs, Monilia, Braunfäule oder andere Formen von generalisierten Pilzbefall). Leben oder Sterben entscheidet sich an diesem Wendepunkt.

Natrium sulfuricum C30:
Im Natriumsalz der Schwefelsäure verbinden sich die Eigenschaften des Metalls Natrium mit den Eigenschaften der Schwefelsäure. Das bedeutet einerseits klare Strukturierung durch Natrium, der Schwefel hingegen unterstützt die Entgiftung, das heißt überall dort, wo Bakterien , Viren oder Pilze für “Hautausschläge” der Pflanzen sorgen, können wir Natrium sulfuricum einsetzen.

Natrium chloratum C30
Kochsalz ist das Natriumsalz der Salzsäure, es unterstützt Pflanzen in zu salzhaltiger Luft, oder wenn von der Winter-Salzstreuung Belastungen entstanden sind. Bei Überdüngung, vor allem nach vorausgegangener Vernachlässigung. Natrium chloratum sorgt für klare Strukturen

Strychnos Nux vomica
Nux vomica ist dann angezeigt, wenn übermäßiger Stress vorhanden ist: zu viel Veränderung, zu viel Dünger, zu viel Spritzmittel vom Nachbaracker, zu viel Sonne, plötzliche Kälte, Wind, zu viel Hektik des Gärtners…
Und nicht jede Pflanze ist gleich belastbar.


3. Konstitutionsmittel zur Stärkung bei immer wiederkehrenden oder langanhaltenden generalisierten Problemen

Verwendete Potenz: C200
Anwendung: siehe C30 Potenzen

Silicea (Acidum silicicum) C200
Silicea steht für Urvertrauen ins Leben, Stabilität, Struktur und Klarheit des eigenen Raumes und das Vertrauen in die jeweils individuellen Fähigkeiten, den unverwechselbaren eigenen Weg durch das Leben zu gehen.
Klarheit des eigenen Raumes bedeutet:
stabilere und gleichzeitig biegsamere Gewebestrukturen, deshalb geringere “Anfälligkeit” gegenüber “Schädlingen”, ausgeprägtere Fähigkeiten, mit Belastungen wie Wetterwechsel, großer Hitze oder Kälte oder auch Vernachlässigung klar zu kommen.
Silicea ist deshalb ein Kräftigungs- und Stärkungsmittel für alle Pflanzen, besonders zur Regeneration nach überstandenen Krankheiten oder Vergiftungen und kann wöchentlich einmal im Wurzelbereich gegossen werden, bis die Pflanzen ganz vital und stabil aussehen (z.B. auch nach dem Pikieren oder Umtopfen.)

Aconitum napellus C200
Der blaue Eisenhut oder Sturmhut ist die giftigste Pflanze im Alpenraum.
Alle Symptome kommen plötzlich und sind sehr heftig und bedrohlich.
Sie sind Folge von Schock (z.B. sehr heiße Tage und sehr kalte Nächte) und heftigem, kaltem Wind/Sturm (daher der Name Sturmhut).

Sulfur C200
Pflanzen sind sehr durstig, vertragen aber keine Staunässe, irgendwie wirken sie immer “schmutzig”, sie möchten etwas los werden (unpassende, zu viele Nährstoffe, Spritzmittel,…), die Symptome verschlechtern sich bei Wetterwechsel von kaltem zu warmem Wetter (z.B. Mehltau), hilft gegen alles, was “kreucht und fleucht”

Delphinium staphisagria C200
Folge von Schnittverletzungen, die Pflanze ist geschwächt und dadurch anfällig für Läusebefall u.ä.

Thuja occidentalis C200
Thuja stärkt die Lebens- und Selbstheilungskräfte, Pilzbefall ist immer ein Zeichen für Energiemangel. Die Pflanze verbraucht viel Energie, um den eigenen Raum zu sichern, deshalb hat sie dann in belastenden Situationen (z.B. langanhaltende Kälte und Nässe) nicht mehr viel Immunkraft übrig.


Ähnlichkeiten mit tierischen oder menschlichen Symptomen sind naturgemäß!

EM = Effektive Mikroorganismen

Mikroorganismen regenerieren die Erde

Die wesentlichsten Informationen in Stichworten: Von der Antibiose zur Symbiose

  1. Jede Oberfläche auf der Erde ist von Mikroorganismen besiedelt.
  2. In ihrer natürlichen, vollständigen Balance lebt die Mikrobengesellschaft in einer harmonischen, dynamischen und rhythmischen Ordnung, in einem lebendig zusammenklingenden funktionalen Miteinander der verschiedenen Instrumente (in unseren – noch – gewohnten Denkmustern verwechseln wir oft Ordnung mit Starre und Stabilität mit Unbeweglichkeit).
  3. EM sind eine harmonisch zusammenwirkende Gemeinschaft von vielen aufbauenden und regenerierenden Mikroorganismen, die in ihrem Umfeld einen „ansteckend“ lebensförderlichen Effekt erzeugen.
  4. Entsprechend ihren Aufgaben im Miteinander gibt es auf der Erde im Wesentlichen drei wichtige Gruppen von Mikroorganismen:

4a) Abbauende Mikroorganismen:
Zerlegen organisches Material, bauen es zu kleineren Lebensbausteinen ab, damit es für nachfolgende Lebewesen wieder als Baumaterial zur Verfügung steht

4a1) Krankheitsunterdrückende Mikroorganismen, führen zu ROTTE:
Rotte ist das, was in einem gut funktionierenden Komposthaufen geschieht:
biologische Verbrennung. Dafür braucht man Sauerstoff. Deshalb wendet man
den Komposthaufen regelmäßig, damit er gut durchlüftet wird.
In diesem Abbaukraftwerk entstehen dann verschiedenste organische
Mineralsalze wie Phosphate, Sulfate und Nitrate, die für nachfolgendes Leben
eine gute Grundlage bilden. Bei der gut gelenkten Rotte wirkt eine lebens-
fördernde Mikrobengemeinschaft, allerdings werden Wärme und CO2 in die
Athmosphäre freigesetzt.

4a2) Krankheitserregende Mikroorganismen, führen zu FÄULNIS:
Auch Fäulnis ist ein biologischer Abbauprozess. Fäulnisbakterien brauchen
ein Lebensumfeld, das für die meisten anderen Lebensformen ungeeignet ist.
Indem die Fäulnis sich ausbreitet, vergrößern die Fäulnisbakterien ihren
Lebensraum, sind also aus ihrer Perspektive betrachtet äußerst erfolgreich.
Fäulnis ist einfach zu erkennen: alles was stinkt (wie Gülle, faule Eier,…)
Bedeutet Fäulnis und erzeugt deshalb Krankheit.

4b) Fakultative Mikroorganismen:
So etwas wie „Gelegenheitsarbeiter“ oder „Wechselwähler“.
Sie überprüfen ständig die Richtungsentwicklungen in der Mikroben-Gesellschaft und wenn sie eine bestimmte klare Arbeitsrichtung erkennen können, packen sie mit an und tragen damit wesentlich zur Effizienz bei.
Geht der Trend Richtung Abbau, helfen sie bei der Zerlegung, geht es in Richtung Aufbau und Regeneration, unterstützen sie dabei. Fakultative Mikroorganismen sind quasi die Arbeiterbienen in der Mikrobengesellschaft.

4c) Aufbauende Mikroorganismen:
Sie betreiben prinzipiell Stoffwechsel in Form von Umbau und Aufbau.

4c1) Fermentative Mikroorganismen:
Bei der Fermentation bauen bestimmte Mikroorganismen-Gruppen (v.a. diverse Milchsäurebakterien) unter Sauerstoffausschluss Fermente und Enzyme, die als Zündfunken und Werkzeug für alle Stoffwechselprozesse auf der Erde nötig sind. Fermentative Mikroorganismen bauen nicht ab sondern um, sie betreiben direkte Umwesung statt Verwesung. Sie sind überall dort besonders wichtig, wo durch krankmachende Fäulnisprozesse Stoffwechselsituationen entgleist sind, z.B. auf Ackerböden, die mit faulender Gülle belastet wurden. Fermentative Mikroben sind in der Lage, den Stoffwechsel wieder zu revitalisieren, in Richtung Lebendigkeit umzudrehen.

4c2) Regenerative (oder synthetische = zusammensetzende) Mikroorganismen:
Diese äußerst wichtige Gruppe von Mikroorganismen, in der die Photosynthesebakterien die wichtigste Rolle spielen, bauen aus den kleinsten Lebensgrundstoffen komplexe Moleküle auf, die für Pflanzen, Tiere und Menschen Lebensgrundlagen darstellen (z.B. Zucker aus Kohlenstoff oder Aminosäuren aus Stickstoff).
Sie verwenden dazu externe Energiequellen wie Sonnenenergie oder Erdwärme. Sie betreiben sozusagen die umgekehrte Verbrennung, schlucken dafür das Kohlendioxid als Kohlenstoffquelle und atmen Sauerstoff aus.
Die allerersten Bakterien auf der Erde, die Ur- oder Archebakterien haben nach diesem Prinzip gelebt und gearbeitet und der für uns nötige Sauerstoff in der Athmosphäre war ihr „Abgas“

Bodenleben und Humusaufbau

Bevor wir beginnen, über Humusaufbau nach zu denken, sollten wir uns in Erinnerung rufen, dass es die unglaubliche Vielfalt und Vielzahl von dort zusammen wirkenden Lebewesen ist, die aus toter Erde Humus macht.

> Humus ist nicht Stoffgemisch sondern Lebensraum und Lebewesen <

Ich stell mir jetzt einen riesigen Riesen vor, der von oben eine menschliche Stadt betrachtet. Er kann Strukturen erkennen, viele kleine Körnchen (Häuser), ganz winzige Lebewesen (Menschen, Autos…) und größere Würmer (Straßenbahnen…), die sich zwischen den Körnchen bewegen. Was er nicht sehen kann ist, dass in den Körnchen auch Leben ist und vor allem kann er die Bedeutung der Lebenszusammenhänge nicht wirklich erfassen.
So ähnlich stellt sich uns die Humusschicht dar, unser Blick ist der Blick des Riesen. Was den Riesen zum Gärtner macht ist die Erkenntnis, dass das, was er da zu seinen Füssen wahrnimmt, worauf er steht und geht, ein Lebewesen mit erkennbaren Bedürfnissen ist. Dieses Lebewesen ist quasi die Mutter aller anderen Lebewesen. Es schafft am Übergang zwischen dem Mineralreich und dem Luftreich einen Bereich der Durchmischung, der in einem unendlichen Schöpfungsprozess ebenso unendlich viele Lebensformen auf die Welt gebracht hat und fortwährend bringt.

In der Humusschicht feiern Himmel und Erde ihre stoffliche Hochzeit.

Sie werden fruchtbar und zeugen die Fülle allen Lebens, die stoffliche Nahrung für alle Lebewesen dieser Erde. Ist das Leben nicht wunderbar?

Bodenpflege und Humusaufbau geschieht am besten dadurch, dass wir diesem wunderbaren Leben nicht ständig dreinpfuschen. Wir können allerdings liebevoll mit der Natur zusammenleben und -arbeiten.

Die Haut der Erde möglichst unversehrt lassen, das meint minimale Bodenbearbeitung:
auflockern statt umstechen, zudecken statt bloßlegen. Nur im Frühling, wenn die ersten wärmenden Sonnenstrahlen auf die Erde kommen, mag auch der Garten-Boden ein wenig nackt baden und Sonne und Wärme tanken. Und mit ihm die frisch gesäten Samenkörnchen, die in der Wärme gut keimen können. Sind die Pflanzenkinder dann aufgegangen, bedecken wir den frei liegenden Boden dazwischen am besten möglichst rasch mit einer feinen Mulchschicht. Angetrocknetes Wiesenschnittgut eignet sich dafür ganz besonders gut, weil es sich leicht verteilen lässt, ein ausgewogenes Nährstoffangebot für das Bodenleben darstellt und zudem auch noch gut duftet und hübsch aussieht. Außerdem ist es dicht ohne den Boden abzusticken und reduziert das Aufgehen von Beipflanzen deutlich. Wenn man die Wiese ca. alle 2 bis 3 Wochen mäht, braucht man auch keine Sorge haben, dass man mit dem Mulch Grassamen in den Gemüsegarten bringt.

Zur Bodenlockerung sind Grabgabel, Sauzahn oder Grubber besonders gut geeignet. Ein lebendiger Boden wird innerhalb kürzester Zeit außerdem so locker, dass es oft reicht, mit dem Rechen drüber zu fahren, bevor man neu sät oder pflanzt. Zudecken kann man freigewordene Beetflächen auch sehr gut durch das Ein-Säen mit Gründüngungspflanzen, die bei Frost absterben und dadurch im Winter eine Decke über die Erde breiten.

Bodenstärkung ist Pflanzenstärkung ist Menschenstärkung

Mögliche Downloadlinks findest du immer jeweils darunter…

  • “Vorbeugen ist besser als Heilen!“

  • Wenn die Pflanze krank ist, bedeutet das, dass der Boden krank ist.

  • Die Krankheitssymptome (der konkrete „Schädling“, die Braunfäule, die Kräuselkrankheit,…) sind der Versuch der Pflanze, eine belastende, disharmonische Lebenssituation zu verändern.
    Beispielsweise können Läuse ein Zeichen für übermäßige oder einseitige (zu viel Stickstoff) Ernährung sein: die Pflanze ruft quasi die Läuse zu Hilfe, zum Mitessen, weil einfach zu viel da ist. Wenn die Pflanzenzelle mit Nährstoffen überfüllt ist, bläht sie sich auf (wie sich die Dinge doch gleichen!), damit wird die Zellwand gedehnt und dünner und die Läuse kommen ganz leicht an den Inhalt heran. Beginnen sich dann die Läuse vor lauter Essens-Überfluss zu stark zu vermehren, kommen einerseits die Ameisen zum Mitnaschen, andererseits aber auch Marienkäfer, die das Übermaß der Läuse wegfressen. Damit tragen sie zur Erhaltung einer gesunden Läusepopulation bei. Für eine Läuse-Überbevölkerung wäre nämlich nicht genug Nahrung vorhanden. So regelt die Natur in ganz fein aufeinander abgestimmten Kreisläufen ein gutes, dynamisches Miteinander. Damit ist der Begriff „Symbiose“ gut beschrieben.
    Symbiose bedeutet „Zusammenleben“, das meint aber nicht so einfach nebeneinander her, oder in einem erbitterten Konkurrenzkampf um Lebensraum und Nahrung. Vielmehr ist Symbiose, ist Leben überhaupt, wie ein fließender, fröhlicher gemeinsamer Tanz in und mit der Natur.

  • Maßnahmen zur Pflanzenstärkung vorbeugend:
    *Humusaufbau
    *Symbioselenkung in der Humussphäre mit Mikroorganismen
    *Ausgewogene Ernährung der Pflanzen: lieber Slow Food Selbstbedienungs-Büffet als Fast Food: so unverändert, lebendig, regional und natürlich wie möglich:
    Kompost, Bokashi (Küchenbokashi, Düngebokashi, Grasbokashi…), eventuell Hornspäne, Animalin, Bodenaktivator, Traubentrester und Traubenkernschrot, Kürbispresskuchen, Mulch, Holzkohlengrieß, Algenextrakte, Pflanzenjauchen bzw.-Fermentate, Urgesteinsmehl, Korallalgenkalk, Seemuschelkalk, kompostierter Tiermist

  • Maßnahmen im Krankheitsfall:
    *Kräutermedizin für Pflanzen: Brennnessel, Schachtelhalm, Zwiebel, Knoblauch, Chili, Rainfarn, Wermut, Schafgarbe, Baldrian,…
    Entweder als Aufguss (Tee), Abkochung oder Jauche/Fermentat
    *Mineralstoffe: Urgesteinsmehl, Dolomitmehl, Algenkalk,…
    *Homöopathie und Blütenessenzen: Greengold etc., Notfallstropfen,…
    *Zubereitungen von EM mit Kräutern

Hochbeet-Freuden

Hochbeete wachsen zur Zeit wie die Schwammerln in allen erdenklichen Formen und Größen, quer durch die Stadt und Land, in Hinterhöfen, Reihenhausgärten, Gemeinschaftsgärten und auf Bauernhöfen. In gewisser Weise eröffnen sie eine ganz neue Dimension des Gärtnerlebens, sie verbinden mehrere Anforderungen in einer gemeinsamen Lösung: Baum- und Strauchschnitt kann praktisch unbearbeitet zum langsamen Kompostieren als unterste Schicht zum Befüllen des Hochbeetes verwendet werden und liefert dabei zu Beginn die Bodenheizung und später gute Erde.

Grassoden, Aushubmaterial von diversen Gartengestaltungsarbeiten , vertrocknete Stauden, Gemüsereste – alles kann in der Befüllungsphase in den Tiefen des zukünftigen Hochbeetes verschwinden. Un da hat mehr Platz, als man sich so vorstellt! Erst die obersten 10 bis 20 cm werden mit feiner, reifer Komposterde, Bio-Gemüseerde oder Bio-Schwarzerde befüllt. Eigentlich ist also ein Hochbeet ein gezielt gestalteter Kompostbehälter, eine echte Weiterentwicklung der Kürbisse auf dem Komposthaufen und eine unglaublich fruchtbare Angelegenheit. Zu guter Letzt kann man darin äußerst bequem gärtnern und im Vergleich zu einem ebenerdigen Beet sehr dicht pflanzen. 

Für NEO-Hochbeetgärtner habe ich einen Bepflanzungsvorschlag für eine Gartensaison zusammengestellt. Betrachtet meine Ideen als Anregung für eure eigenen Zusammenstellungen, traut euch, selber Erfahrungen zu sammeln, Dinge auszuprobieren – mein Vorschlag beruht ja nicht nur auf meinen Erfahrungen, sondern hängt natürlich auch mit meinen Essensgewohnheiten und Gemüse-Vorlieben zusammen. Und – nur so nebenbei bemerkt: am meisten lernen wir immer aus dem, was nicht so gut funktioniert!

Ein fröhliches Gartenjahr wünscht die Gartenapothekerin!

Hier eine Idee für eine mögliche Umsetzung:

Du kannst die Pläne auch downloaden! Die Links dazu findest du darunter…